Übersetzung des Matt Cutts Interviews

Marcus: Hallo zusammen, ich fühle mich seh geehrt, hier zusammen mit Googles (einzig)wahrem Matt Cutts zusammenzusitzen, der zugestimmt hat, mir einige Fragen zu beantworten. Dummerweise können wir das nicht auf deutsch machen, was sich zwar für einen deutschen Podcast so gehört, obwohl – wir sollten es probieren, oder?

Matt: Ich kenne zwar genug Deutsche, die da dann überprüfen könnten, doch außer “Achtung” kenn ich kein deutsches Wort…

Marcus:Oh, ich habe mit Dave Naylor auf der bodog-Party darüber gesprochen ein Interview zu führen, und er lief dann nur noch über die Party und rief „ACHTUNG, ACHTUNG“

Matt: Ich denke, ich kann gerade genug deutsch, um richtig in Schwierigkeiten zu kommen.

Marcus: Weißt Du, wie man einen SEO auf deutsch nennt?

Matt: Nein, sags mir

Marcus: Suchmaschinenoptimierer

Matt: Ah, genau. Ich lese ab und zu Abakus in Deutschland, wenn jemand mir einen Thread schickt. Ich kann dann zwar mitunter nicht alles verstehen, aber ich benutze Google Translate.

Marcus: Und das funktionniert? Das erinnert mich an babelfish

Matt: Das funktionniert wirkllich gut, man bekommt zumindest einen Trend des Inhalts.

Marcus: Liest du wirklich Abakus?

Matt: Nun, ab und zu, wenn jemand mir eine Mail schickt und auf einen wichtigen Thread hinweist, werfe ich einen Blick darauf, um mir eine Meinung zu bilden.

Marcus: Das ist Cool. So, wie fandest Du die Konferenz bis jetzt?

Matt: ich komme gerade aus der „Speaking unofficially – The Search Engine Bloggers“-Session, was bedeutet, dass ich mit meinem Pflichteil fertig bin. Also kann ich mich jetzt hinsetzen und mit ein paar Leuten reden, die Messe besichtigen, und so.

Marcus: Was ist deiner Meinung nach der letzte Trend hier auf dieser Konferenz?

Matt: Das Haupt-Thema, meiner Meinung nach ist Kommunikation. Yahoo zum Beispiel hat ein paar Dinge gelauncht, sie haben den Search Builder herausgebracht, ein Authentifizierungs-System für Webmaster bei Siteexplorer, lauter coole Dinge. Doch meiner Meinung nach ist das wichtigste Thema Kommunikation. Wir haben mit Webmastern auf viele Weisen an vielen Stellen gesprochen, z.B. wenn Du Advertiser bist, bekommst Du Informationen über ungültige Klicks, was für dich eine sehr wichtige Info ist. Auf dieser Konferenz bieten wir viele Q&A Sessions, selbst gestern auf dem Googledance kamen viele vorbei, haben Bier, Musik und Tanz vernachlässigt, um mit uns über „Suche“ zu reden.

Marcus: Ja, da gingen ne Menge direkt zu „Meet the Engineers – Triff dich mit den Entwicklern“ gegangen.

Matt: Ja, es hat viel Spaß gemacht. Wir schätzen es wirklich sehr, uns mit Webmastern zu unterhalten. Deswegen sind wir auch hier auf der Konferenz. Und das Wichtigste: Letzte Woche haben wir eine Neuigkeit vorgestellt. Von „Sitemaps“, einem Produkt, dass primär dazu da war, Infos über deine Seite zusammenzustellen, wurde breiter aufgestellt, als Google Webmaster Tools. Du bekommst also gerade Informationen über z.B. „ Hat meine Site eine Strafe bekommen?“, du kannst deine robost.txt testen lasssen, und eine ganz neue Sache seit letztem Freitag: Wenn du eine Site hat, die sowohl über www.site.com als auch nur über site.com erreichbar ist, kannst du uns mitteilen, welche die ist, die wir indizieren sollen. Wir haben viel Zuspruch zu diesem Feature bekommen, die Leute lieben dieses Feature.

Marcus: Das ist ein tolles Feature, aber warum habt ihr Euch nicht mit den anderen Suchmaschinen zusammengesetzt und diese Informartion in die robots.txt gesteckt? So hat diese Information nur Google, nicht Yahoo, MSN oder Ask.

Matt:
Nun, wir sind sehr zufrieden, diesen direkten Kommunikationskanal zu den Webmastern zu haben, sie geben du viel und gutes Feedback und dasselbe tun wir. Doch sobald wir ein neues interessantes Feature herausbringen, werden es die anderen bald übernehmen. Das Problem mit der robots.txt ist, dass es kein vollständiger Standard ist, jede Suchmaschine hätte gerne ihre Lieblingsdinge drin… So scheint es uns besser, die Robots.txt vorerst sauber zu halten. Ich persönlich denke, es wäre toll mehr Zusammenarbeit zwischen den Suchmaschinen zu bekommen, um die Informationen besser sammeln zu können.

Marcus: Ja zum Beispiel das Thema persönliche Suchmaschine. Irgendjemand aus Neuseeland fing damit an, andere folgten und zu guter Letzt sagte kürzlich MSN, dass sie das jetzt auch machen würden.

Matt: Das fand ich auch lustig. Ich war leider nicht in dem Panel, als sie das angekündigt haben. Nun – Google bietet die Site-Suche seit knapp fünf Jahren an. So wirkt es etwas zufällig, dass so etwas auf einmal so eine Popularität gewinnt. Also werden wir zurückgehen und ich kann mir gut vorstellen, dass sich gerade der Eine oder Andere darüber Gedanken macht, ob dieses Feature für Webmaster nicht verbessert werden kann. Wenn du z.b. free sitesearch eingibst, kommt als erstes dieses Tool von vor fünf Jahren…

Marcus: Ja, aber dieser Typ aus Neuseeland war so froh darüber, dass er die Anzeigen gesondert ausliefern kann, ich meine – Google Adsense macht das nun auch schon seit einigen Jahren.

Matt: Doch gleichzeitig ist es toll, gute Wettbewerber zu haben. Weißt, du, wenn jemand mit einem neuen Tool herauskommt, und die Webmaster lieben es, dann ist das fantastisch. Es hält uns auf Trab, hart zu arbeiten und qualitativ gute Ergebnisse zu liefern. Und den Menschen die Tools, die sie sich wünschen. Ob das Gmail ist, oder Sitemaps – ich meine, Sitemaps ist in 14 Sprachen verfügbar, also ist es kein rein englisches Produkt.

Marcus: Ja, Sitemaps ist ein fantastisches Tool. Endlich ist es ein Tool, das viele nützliche Informationen an einem Ort zusammenführt.

Matt: Wir haben ja noch nicht über das Crawl-bereiche geredet, aber wenn Du eine Site betreibst, und irgendetwas hält uns davon ab, dich zu crawlen, willst du das wahrscheinlich wissen. Also finde ich es großartig, dass das ganze Sitemps-Team zu diesen Konferenzen geht und den Leuten zuhört. Sie sind ständig auf der Suche nach neuen Features. Wenn Webmaster ein neues Featrue wünschen, werden sie ins Büro gehen und es umsetzen.

Marcus: Was auch fantastisch ist, ist die Innovationskraft. Ich meine, dieses neue Tool, auf welchen Begriffen meine Site rankt und welche Begriffe angeklickt werden.

Matt: Nun, Google hat einen großen Vorteil mit webbasierten Applikationen. Ich habe ja kürzlich mit dem Google-Video Interface herumprobiert, und als ich mich heute morgen eingeloggt hatte, war das Interface verändert. Es ist wirklich besser geworden, also denke ich, das Video-Team hat ein wöchentliches Update durchgeführt, um das Interface zu verändern. Sobald du jedoch Software auf dem Rechner hast, kannst oder willst du sie nicht so oft updaten. Als Google können wir Updates einmal pro Woche oder sogar häufiger machen, was as Usererlebnis verbessert.

Marcus: Ein großes Thema hier auf der Konferenz ist Social Search. Jeder redet darüber, über digg.com del.icio.us und myspace. Auch redet man darüber, dass die algorithmische Suche ein Plateau erreicht hat. Es gab keine große Evolution, seit Google die Links in die Berechnung aufgenommen hat. Wo siehst Du ein Möglichkeit, dass Social Search die algorithmische Suche verbessert?

Matt: Ich denke, wenn Du über die Kombination von beiden nachdenkst, gibt es ein paar interessante Möglichkeiten. Ich würde nicht sagen, dass die algorothmische Suche schon auf einem Plateau stehen geblieben ist. Erst letzte Woche war ich auf einem Launch-Meeting wo fünf bis zehn neue Dinge freigegeben wurden, die unter der Oberfläche ihre Arbeit verrichten. Die User werden diese Dinge nicht so wahrnehmen. Wenn jemand besserer Ergebnis erzielt, weil er die russische Orthographie besser versteht, werden das nur wenige User als Verbesserung feststellen. Die meisten werden sich über so etwas gar keine Gedanken machen. Aber es gibt in der Tat Dinge, wo Social Search sehr weiterhelfen kann, wie zum Beispiel Google Answers, ein Dienst, der sehr qualifizierte Nachforscher beschäftigt. Du kannst von ein paar Dollar bis zu ein paar hundert Dollar für eine Antwort bezahlen. Das ist eine tolle Applikation, weil du doch manchmal wirklich einen Experten brauchst und nicht 7 Worte in ein Suchformular tippen willst. So wie das Beispiel, dass Eric Schmidt heute morgen verwendete: „Gibt es mehr TiVos (Digitale Videorecorder) in America als Outhouses (vom Haupthaus getrennte Toilettenhäuschen)?“ das ist so ein Beispiel, wo es eventuell etwas mehr Nachforschung bedarf. Wenn dir deine Zeit zu wertvoll ist, das nachzuforschen, kannst Du jemanden damit beauftragen.

Marcus: Was ist mit der persönlichen Bedeutung eines mehrdeutigen Keywords? Kann da Social Search eine Hilfe sein? Ihr habt ja diesen Deal mit myspace gemacht. Zum Beispiel, wenn du in deinem myspace-Profil „Bücher“ als Hobby eingetragen hast, würde, wenn ich nach einem Titel suche eher Buchbesprechungen as DVD-Kaufangebote erscheinen.

Matt: Ich denke, das ist eine Interessante Idee, Weißt Du ich bin sehr glücklich über den myspace-Deal und all die Sachen, die mit Fox interactive Media geschehen werden. Das eröffnet viele Möglichkeiten aber auf der anderen Seite muss man auch den Datenschutz beachten. Also wird man sehr vorsichtig mit solchem Targeting umgehen. Aber ich kann dir ein anderes Beispiel geben, nämlich unsere personalisierte Suche. Wenn Du dich bei Google einloggst, kann es deine historischen Suchen beachten, Themen, auf die du geklickt hast, und kann nun anfangen dir Themen vorzuschlagen, die für dich mehr Relevanz haben. Jemand hat mir eine nette Geschichte auf dieser Konferenz erzählt, wo ihm ein Bekannter berichtete, dass er auf Platz eins bei dieser Suche wäre. Also sind sie zu ihrem Chef gegangen, der das nicht nachvollziehen konnte. Es war also die personalisierte Suche,. Die gelernt hatte, dass diese Person immer auf das Ergebnis geklickt hatte, also es für relevanter eingestuft hat. Du bist also Nummer eins, aber nur für dich. Also verändert die personalisierte Suche SEO, denn anstatt nur en Ranking zu haben, gibt es nun mehrere.

Marcus: Lass uns ein bisschen tiefer in das deutsche Thema einsteigen, nachdem offensichtlich hauptsächlich Deutsche hier zuhören werden. Nachdem du der Evangelist des WebSpams bist. Ist das eigentlich noch dein offizieller Titel? „Head of WebSpam“?

Matt: Ja, mein Titel ist: Head of the Webspam Team

Marcus: Also war GoogleGod nicht mehr als offizieller Titel vorgesehen?

Matt: Weißt Du, ich kann nichts dafür, was andere Leute schrieben.

Marcus: Habe ich das nicht in deinem Blog gelesen? Nunja, also, wenn wir über deutschen Webspam reden, hört man immer wieder, dass der deutsch Index der am meisten zugespammte ist. Nun, ich weiss nicht, ob es im russischen Index überhaupt legitime Seiten gibt, aber wie siehst Du das?

Matt: Nun historisch gesehen war er etwas spammiger als andere Märkte, aber dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum Einen ist es ein großer Markt zu anderen gibt es viele intelligente Leute da. Diese Leute schauen sich an, was unter dem Strich rüberkommt. Und wenn sie das verändern können, tun sie es. Aber doch ist jeder Markt anders. Spam in den USA in komplett anders als Spam in China oder in Deutschland. Ich habe Anfang des Jahres in einem Blogpost geschrieben, dass wir uns mehr auf internationalen Spam konzentrieren werden. Zum Beispiel Länder wie Deutschland, Frankreich Italien, Spanien, wo die User ein bisschen mehr Aufmerksamkeit gebrauchen könnten. Ich glaube, hier haben wir große Fortschritte gemacht. Ich würde nicht sagen, dass unser Job erledigt ist und wir nun alle heimgehen können, aber es bereitet doch mehr Mühe und wir finden Spam schneller. Und das wird noch besser werden.

Marcus: Das denke ich auch. Du kannst es nicht verhindern, crawlen gehört zu Eurem Geschäft. Die Seiten zu evaluieren, bevor sie in den Index aufgenommen werden, würde zu lange dauern, aber ich denke der Hauptschlüssel ist Schnelligkeit. Wenn ihr nach zwei drei Tagen den Spam raushabt, werden die Leute nicht frustriert.

Matt: Ja, wenn Du den selben Spammer täglich immer wieder siehst, ist das wirklich frustrierend. Aber wenn du nach ein paar Tagen wiederkommst, und er ist raus, siehst Du, dass wir hart arbeiten, und dass wir uns bemühen, es so qualitativ hochwertig zu tun, wie wir nur können.

Marcus: Ja, und der Spammer wird auch frustriert. Nach nur zwei Tage im Index denkt er sich: Mist, das lohnt sich ja nicht mehr.

Matt: Ja, der Aufwand ist es nicht mehr wert.

Marcus: Nun, der Aufwand ist es schon noch wert.

Matt: Ja, aber zwei Tage macht es schon viel schwieriger.

Marcus: Ja, vor allem, muss man mehr investieren, Links kaufen oder grosse Blogspam-Serien aufsetzen, auf alte Domains setzen. Es zahlt sich nicht mehr so schnell aus, wenn man nur noch drei Tage im Index ist, wird es schon knapp.

Matt: Es geht ja nicht nur ums Geld sondern auch um die Zeit. Ich habe mit mindestens zwei Leuten auf dieser Konferenz gesprochen die gesagt haben: Ok, ich gebe auf. Du hast gewonnen, ich werde nur noch saubere Sachen machen, weil es einfacher ist und weil ich weiss, wenn ich sie gebaut hab, werden sie für eine lange Zeit drin stehen. Also ist es interessant zu sehen, dass es eine Veränderung gibt, wie Leute das Thema betrachten.

Marcus: ich habe das auch in Deutschland beobachtet. Es gibt immer mehr, die nebenbei auch whitehat Projekte umsetzen, gut, sie machen noch immer blackhat Projekte, die sich auszahlen, aber das schöne an den whitehat-Projekten ist, dass es so einfach ist. Du kommst leicht auf Platz eins, und bleibst Platz eins. Das ist man nicht gewohnt.

Matt: Natürlich wollen wir den Spam draußen haben, aber wir wollen auch mit whitehat Webmastern zusammenarbeiten. Deswegen freue ich mich so über Projekte wie Sitemaps. Wenn ihr einen guten Job machen wollt, wollen wir Euch alle Unterstützung geben, die ihr brauchen könnt.

Marcus: Meiner Meinung nach ist SEO nicht einr Frage von kleinen geheimen Tricks, sondern primär eine Frage der Barierefreiheit. Wenn Du einen großen Kunden hast, mit einer riesigen Website, ist es primär die Frage, wie man den tollen Content für Google sichtbar macht.

Matt: Wenn Du eine große Seite und einen starken Brand hast, sind es ja nur die Basis Dinge, die dir schon einen großen Erfolg bringen. Setze die Keywords im Title und den Überschriften, mach den Content durchsuchbar, und das wars. Und für die kleinen Seiten ist es eine Frage des Hebels. Was ist ein viraler Inhalt? Warum sollen die Leute ein Bookmark setzen, warum auf mich verlinken, all diese Themen. Es kann Information, Service, Kontext sein, nur etwas, was die Leute in Erinnerung behalten und teilen wollen. Es ist so, dass SEO sich Richtung Marketing entwickelt, weil mit solchen Themen, wirst Du nie ein Traffic-Problem haben, denn die Leute werden deine Seite von sich aus verlinken wollen.

Marcus: Zurück zum deutschen Spam: Nenn ein paar Namen. Die Leute fragen alle danach - ich werde sie auch extra anrufen und sagen, hört Euch den Podcast an! So eine Art Offline-Linkbait.

Matt: Nun, weißt Du, ich will keine Namen nennen. Thomas hat mich dasselbe gestern gefragt, Natürlich beobachten wir den Markt, haben von jemand wie Mario Dolzer gehört und fragen uns, ist das eine echte Person? Wie viel Einfluss kann so jemand haben, und natürlich haben wir von den Thomas Promnys gehört, und Jörg und so weiter. Aber wir schauen es uns nicht auf diese Weise an, dass wir spezielle Personen verfolgen. Wir gehen das Thema von der anderen Seite an. Was ist der Spam, den ein User sieht? Du musst es von der Seite des Einflusses her betrachten. Und solange wir von dieser Seite kommen, wird sich der Rest ergeben.

Marcus: Du hast vorhin erwähnt, dass WebSpam in Deutschland anders ist als in Amerika, wie unterscheidet er sich?

Matt: Nun was zum Beispiel unterschiedlich ist, wenn man ein whois in Deutschland macht, bekommt man kein creation-date (Erstelldatum) zurück. Dadurch entstehen solche Programme wie Domain-Angels. Und eine Menge Leute werden dieses Exe laufen lassen um zu sehen, wann eine Doamin verfügbar wird. Es hat uns etwas zeit gekostet, aber nun glaube ich , dass wir diese Besonderheit gut finden können. Oder andererseits die Anzahl von Domain-Namen mit Bindestrichen. Das ist viel üblicher in Deutschland, aber für viele ist es auch nur ein natürlicher Zwischenraum zwischen Wörtern.

Marcus: Stimmt, das ist echt natürlich. In Amerika sieht man fast nie welche ausser die online-poker-play-online und so weiter.

Matt: Die Universitäten haben ihre Domains so benannt und dann haben das viele kopiert. In jedem Land gibt es in der Sprache verwendete Trennzeichen, die einen Unterschied deutlich machen. Deswegen kann man auch nicht den: Eine Größe für alle-Ansatz wählen, der würde dem Unterschied nicht gerecht werden.

Marcus: Und was ist der letzte Schrei im WebSpam? Sei bitte konkret.

Matt: Der größte Trend, den ich sehe, ist kein rein technisches SEO, wie hidden Text oder Doorway Pages, javascript redirects oder cloaking, expired domain, Gästebuch- oder Blogspam, sondern die Leute lehnen sich zurück und sagen sich: Ich betrachte das jetzt mal als Marketing. Wie kann ich auf digg.com erscheinen? Welches kleine virale Video kann ich veröffentlichen, dass mcih bei YouTube ganz nach vorne bringt? Ich habe selber die Erfahrtung gemacht, dass es anscheinen genug SEOs gab, die mein kleines Video gesehen haben, dass ich für einen kurzen Moment auf der Startseite von Google Video erschienen bin.

Marcus: Das muss ich noch mal festhalten. 80 000 Downloads?

Matt: In weniger als seiner Woche, ja. Es war soviel, dass die Leute mich auf die Startseite gebracht haben. Das hat mir natürlich noch mal mehr Traffic geschickt. Ich habe mich schon schlecht gefühlt für die Leute, die Springende Katzen oder sprechende Hunde sehen wollten, und dann plötzlich in einer SEO-Lektion gelandet sind. Du musst nicht mehr so über Tipps und Tricks nachdenken sonder ebenso darum, was die Aufmerksamkeit der Leute fesseln wird.

Marcus: Und ich warte auf: Matt Cutts – The Movie.

Matt: Ja, Videos von SEO-Partys, wie sie sich betrinken und ich filme sie dabei. Das wäre doch ein Riesen-Spaß

Marcus: So nun noch ein paar Randfragen, Was ist deiner Meinung nach das umkämpfteste Keyword überhaupt?

Matt: Pivate Health Insurance (private Krankenversicherung) ist interessant. Es ist natürlich von Land zu Land unterschiedlich aber Pillen, Porno, Kasino sind überall dabei.

Marcus: Ich muss dir jetzt diese Frage stellen, weil so viele mich darum gebeten haben,
als ich im Blog danach fragte, welche Fragen ich Dir stellen soll. 90 Prozent wollten etwas über PageRank erfahren. Ich muss zugeben, dass ich mich nicht um PageRank kümmere, ich habe nicht mal die Toolbar installiert. Weil es mich nicht interessiert nicht einmal für den Linkaufbau. Wenn mir eine Seite gefällt und sie thematisch relevant ist, frage ich sie um einen Link. Aber viele Leute in Deutschland fragen sich das. Viele tauschen Links nur nach Pagerank. Also musste ich fragen: Was ist mit dem PageRank-Update los, dass ihr gerade gemacht habt. Ich persönlich fand es sehr lustig, dass es nur neue Seiten betraf, und die ganzen Linktauscher, die auf ihren PageRank sechs oder sieben warten und Milliarden von Links gekauft haben nun keinen neuen Pagerank haben.

Matt: Das war weniger freiwillig als eine Konsequenz der neuen Infrastruktur, die wir Anfang des Jahres aufgebaut haben. Die BigDaddy-Infrastruktur beeinflusst auch die Art, wie wir den PageRank berechnen. Das war der Grund warum Seiten, die einen geringen oder keinen Pagerank hatten, nun einen bekamen. Ich würde nich wirklich überrascht sein, wenn wir ein neues PageRank-Update in den nächsten Monaten bekommen würden, dass vielleicht etwas nachvollziehbarer sein wird. Aber normalerweise machen wir sei alle drei bis vier Monate, sonst werden die Leute zu fixiert. Du hast genau die richtige Einstellung gesagt, um die man sich kümmern sollte. Schau nach guten Seiten mit gutem Content. Link zu Ihnen und lass sie zu dir linken, und kümmer dich nicht darum, was der PageRank sagt. Und wenn du diese Einstellung hast, und Danny Sullivan hat diese Einstellung auch vertreten, dann wirst du automatisch jede Menge nützliche Links bekommen.

Marcus: Aber, was ich nicht verstehe, warum gibt es noch angezeigten PageRank? Der wird doch nur von SEOs verwendet.

Matt: Nun PageRank ist immer noch ein wichtiger Faktor für Google. Und kurz vor unserem Interview hast du sicher die Frage gehört: Wie kann es sein, dass eine PageRank drei Seite über einer mit PageRank sechs steht? Die sechser Seite hat doch mehr PageRank? Nun, die Menschen sind etwas zu sehr auf den PageRank-Aspekt fokussiert. Wir haben über hundert Faktoren, die wir berücksichtigen. Wenn also eine PR 7 Seite ein Them nur einmal erwähnt, wird es kein so guter Treffer sein, wie eine PR 3 Seite, wie ein ganzes Essay zum dem Thema enthält. Die Leute sind zwar etwas besessen, aber gleichzeitig ist es noch ein gute Maßstab um die Reputation einer Seite einzuschätzen. Und so verwenden wir PR immer noch in unseren Ranking Algorithmen.

Marcus: Also noch zwei Fragen, dann sind wir fertig. Was magst Du besonders an Yahoo und MSN?

Matt: Ich bin sehr froh, dass die beiden da sind. Sie spornen uns an. Also das Siteexplorer-Tool ist sehr interessant, wenn es um Backlinks geht.

Marcus: Google hat ist in dem Punkt echt schlecht.

Matt: ja, aber gewollt. Weil wir nicht den alle Backlinks zeigen wollen. Einige Leute könnten damit auf schlechte Gedanken kommen. Ich fände es toll, wenn Sitemaps alle Backlinks zeigen würde, weil du da ja schon bewiesen hast, dass Du auf dieser Seite bist. Also, warum sollte es dir nicht erlaubt sein, alle Backlinks zu sehen? Aber vielleicht nicht für deine Wettbewerber. Das wäre sicher ein Punkt, den wir bei Google noch machen könnten. MSN ist sehr engagiert und treibt uns an, damit wir nicht eines morgens aufwachen und sagen: So, die Suche ist fertig“ Da gibt es natürlich noch andere, die sehr hart an der Suche arbeiten, wie Ask. Ich liebe Bloglines und lese eine Menge Zeug da mit.

Marcus: Ja, Ask macht einen hervorragenden Job.

Matt: Und sie gehen sogar nach Europa, um diese Märkte zuerreichen.

Marcus: Ja, einer unserer Bekannten war der Chef von Ask Deutschland, aber er hat gerade gekündigt.

Matt: Oh, das ist schade.

Marcus: Interessant, dass Du das gerade mit Sitemaps gesagt hast, weil das ist der Ort an dem ich es erwarten würde. Ihr zeig ja bereits, dass sind die Keyword auf deiner Seite und das sind die Keywords mit denen du angelinkt wirst. Du hast bereist bewiesen dass es deine Seite ist, also – warum zeigt ihr nicht alle Backlinks.

Matt: Das ist eine gute Frage. Ich werde das als ein Feature-Request von dir zu den Sitemaps-Jungs bringen.

Marcus: Du hast es ja selbst gesagt. Ich habe es nur aufgegriffen.

Matt: Nein, es ist mit dir zusammen entstanden. Und natürlich haben sich schon viele über coole Features Gedanken gemacht, das Sitemaps Team wird eine schwere Aufgabe haben die Sachen zu priorisieren, aber ich denke, as wäre ein cooles Feature.

Marcus: Oh, ich denke, die Leute würden es lieben. Nun zu meiner letzten Frage: Weißt du, du kennst jeden SEO, wahrscheinlich hat schon jeder SEO im Land mit dir gesprochen, Hände geschüttelt, und du hast schon viel Arbeit gesehen. Also ist meine Frage: Wenn Du nicht bei Google arbeiten würdest und ein eigenes Geschäft betreiben würdest; Wenn Du also einen Shop für Katzenfutter oder einen eigenen Dino-Park hättest, wen würdest Du als SEO anheuern?

Matt: Also du fragst mich, wenn ich nicht bei Google arbeiten würde, nd eienn SEO suchen würde, wen ich aussuchen würde? Weißt Du, ich denke Shari Thurow ist eine sehr integre (whitehat) Person, sie denkt sehr viel über Usability nach und solche Sachen. Es gibt jede Menge blackhats mit denen ich in einer Bar reden würde, aber ich würde wahrscheinlich nicht as Risiko eingehen, sie zu beauftragen. Du wirst jemanden finden wollen, der nicht nicht dem geringsten Risiko mit deiner Seite aussetzt. Aber insgesamt würde ich nicht herumlaufen und Empfehlungen aussprechen. Das Beste was jemand tun kann, ist nach Referenzen suchen. Ein guter SEO wird dich nicht anrufen. Er hat genug zu tun. Und sie würden dir saubere Referenzen von Unternehmen zeigen, denen sie geholfen haben. Große Unternehmen denen sie geholfen haben und kleine Unternehmen, die sie gehebelt haben, weil sie Wege gefundne haben die Populatität der Seite und des Themas zu erhöhen. Durchsuche Google und du wirst viel über den Ruf eines SEOs erfahren.

Marcus: Matt, ich danke die vielmals für dieses Gespräch, und möchte die für den tollen Job danken, den du hier machst. Du bist sehr bekannt in Deutschland, weil Google hier einen Marktanteil von über 90 Prozent hält. Du hast mit dem Blog und dem Video viel geleistet und es war mir eine große Freude mit dir zu reden und danke, dass du unsere Fragen beantwortet hast.

Matt: Danke auch dir. Es hat mir Spaß gemacht.